Altenpflegeausbildung stärken und vernetzen

Altenpflegeausbildung im Aufwind
 "Altenpflege ist ein Beruf mit hohen Anforderungen" sagt Peter Kasperek Leiter des Servicenetzwerks Altenpflegeausbildung, Servicestelle Hamburg."Wir wollen helfen, dass alle an der Altenpflegeausbildung beteiligten Einrichtungen und Schulen sich auf gemeinsame fachliche Anforderungen für die Altenpflege verständigen".

Neue Konzepte unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeitet
Das Servicenetzwerk Altenpflegeausbildung wurde von Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von der Leyen ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, die Ausbildung in der Altenpflege zu fördern und stärker zu vernetzen. Projektträger ist das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialforschung in Kooperation mit dem Institut für Gerontologische Forschung e.V. und der INBAS Sozialforschung.
Dreißig für die Altenpflegeausbildung verantwortliche Institutionsleitungen von ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen und Schulleitungen von Altenpflegeschulen aus den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein trafen sich dazu am Mittwoch, den 9. April in der Georgsanstalt BBS II zu einem Workshop. Die Berufsfachschüler der Hauswirtschaft an der Georgsanstalt trugen mit frisch zubereiteten Mahlzeiten zum Gelingen des kleinen Kongresses bei.

Gemeinsame Defintion der Anforderungen an zukünftige Fachkräfte
Es galt zunächst einmal Grundlagen zu erarbeiten, was unter allgemeinen anerkannten Anforderungen in der Altenpflege zu verstehen ist. Altenpflegerinnen und Altenpfleger sollen im Alltag vielfältigen Aufgaben schnell, flexibel und fachkompetent gerecht werden. Zahlreiche pflegewissenschaftliche Erkenntnisse, neue medizinische Aufgaben und ein immer differenzierter Kundenkreis prägen die Ausbildungsanforderungen. Das Altenpfleger einfühlsam, kommunikativ, fachkompetent, zuverlässig verantwortungsbewusst und noch vieles mehr sein müssen, darüber herrscht unter den Experten schnell Einigkeit. Schwieriger wird es, wenn beschrieben werden soll, was sich hinter den Begriffen verbirgt.


P. Druckrey moderierte die Veranstaltung Die Moderatorinnen des Workshops Petra Lippegaus vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialforschung und Petra Druckrey vom Institut für Maßnahmen zur Förderung der beruflichen und sozialen Eingliederung (IMBSE)in Moers hatten vorgearbeitet und für zahlreiche Anforderungsbegriffe konkret beschrieben. So ist Sorgfalt beispielsweise "Die Fähigkeit, Arbeiten korrekt, gewissenhaft und umsichtig zu verrichten und Tätigkeiten aus eigenem Antrieb von Zeit zu Zeit auf Unkorrektheiten zu prüfen und zu korrigieren".

Konzept der kritischen Situationen
Woran zeigen sich aber diese Fähigkeiten im Alltag der Pflegeeinrichtung oder des ambulanten Pflegedienstes? Für die gezielte Ausbildung und die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber für den Beruf des Altenpflegers erscheint es also notwendig, Situationen zu beschreiben in denen diese Fähigkeiten verlangt werden. Die Praktiker und die Theoretiker erarbeiteten gemeinsam in lebhaften Diskussionen kritische Situationen aus dem Berufsalltag  und beschrieben genau, was von einem Altenpfleger/ einer Altenpflegerin hier verlangt werden soll. Plötzlich wird die Anforderung "Kommunikationsfähigkeit" greifbar, wenn es um die Kontaktaufnahme zu einem sehbehinderten Menschen geht.

Uelzener Pflegeeinrichtungen engagieren sich für die Qualität der Ausbildung
"Ich erhoffe mir von den Ergebnissen des Workshops wertvolle Hilfe für die Auswahl von Bewerberinnen und die gezielte Schulung meiner Auszubildenden" sagt Undine Podewils, Leiterin des Curanum- Seniorenpflegezentrums. Frau Podewils und Herr Dirk Ammann, Inhaber des ambulanten Pflegedienstes waren maßgeblich an der inhaltlichen Vorbereitung des Workshops beteiligt.-Die Arbeitsergebnisse werden in ein Auswahlverfahren für Bewerber um einen Ausbildungsplatz einfließen und den Ausbildern zudem ermöglichen Auszubildende, die in bestimmten Bereichen des Anforderungsprofils noch Schwächen zeigen, gezielter zu fördern. Dank an die Schülerinnen Hauswirtschaft für die Bewirtung Ein erster Schritt für gemeinsame Sprache was die Anforderungen an den Beruf der Altenpflegerin/ des Altenpflegers angeht wurde also an diesem Tag in der Georgsanstalt getan. Aber auch für den sofortigen Einsatz sind die Arbeitsergebnisse geeignet, z.B. für jetzt laufende Bewerberinterviews, zur Förderung der Auszubildenden in bestehenden Ausbildungsverhältnissen und als Instrument zur Begutachtung von Pflegefachkräften durch die Pflegedienstleitung. Die Verdeutlichung der Anforderungen tragen auch dem Wunsch Rechnung dem Beruf Altenpfleger das gesellschaftliche Maß an Anerkennung zu verleihen, dass ihm sicher zusteht.

 

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