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Manche Sprichwörter haben sich tief ins Bewusstsein
eingeprägt. So will uns „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“
weismachen, dass der Mensch ab einem bestimmten Lebensalter nichts Neues mehr
dazulernen kann.
Das Gegenteil bewiesen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Aktion Schüler
schulen Senioren, durchweg zwischen 60 und 75 Jahren alt, die sich im Computerraum der
Georgsanstalt in Ebstorf an zwei Nachmittagen einfanden.
Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen Altenpflege
und Sozialpädagogik, die sich selbst für reichlich fit am Computer einschätzen,
machten sich auf Initiative des Berufsschullehrers Reinhard Klepsch auf, eine
ganz neue Erfahrung zu machen. Nicht die Älteren bringen den Jungen etwas bei,
sondern die Jungen stecken die Älteren mit ihrer Begeisterung für die Welt des
Internet und der PC-Technik an.
Das Vorhaben wird an der Georgsanstalt schon zum dritten Mal durchgeführt und
ist ein Projekt, das vom Verein n-21, der sich die Förderung von Multimedia und
Internet an Schulen in Niedersachsen zum Ziel setzt, angestoßen wurde. Hilfe
bei der Organisation kam in diesem Jahr durch die Zusammenarbeit der
Georgsanstalt mit dem Mehrgenerationenhaus in Ebstorf, dessen Leiterin Carolin
Kühnelt, bei der Werbung half und Einladungen verschickte.
„Sie haben tatsächlich noch nie am Computer gesessen und im Internet gesurft?“
mussten einige der als Computerlehrerinnen eingesetzten Schüler feststellen. Da
für jeden Kursteilnehmer ein individueller Lernpartner zur Verfügung stand, konnten
sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Computersenioren ihre Fragen und
Problem e mit der Technik einbringen.
Meine erste E-Mail, als auch Fragen der Bildbearbeitung und Bildverwaltung,
Sicherheit im Internet und Chancen des Kaufs und Verkaufs in
Auktionsplattformen, Gestaltung von Einladungen für Feste und die Verwaltung
von Mietkonten mit Excel, all das waren Themen, die die „Computerlehrer“ auf
den Lehrplan bekamen.
Für Überraschung bei den Teilnehmern sorgte immer wieder die Tatsache, dass fast
jeder schon Spuren im Internet hinterlassen hat, ohne selbst dafür
verantwortlich zu sein. Die Teilnehmer und Ergebnislisten des Sportvereins oder
des Volkslaufs liefert jede Suchmaschine in Sekunden. Einig war man sich aber auch, dass bei
richtiger Anwendung Internet und PC segensreiche Erfindungen sind, denen man
sich nicht verschließen sollte.
Sicher können zwei Nachmittage am Computer keine professionelle Schulung
ersetzen, aber das ist auch nicht die Idee von Schüler schulen Senioren. Den
Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschulen konnten nicht nur ihr Wissen
vermitteln, sondern auch Brücken zwischen den Generationen bauen. Es macht
Spaß, voneinander zu lernen, so das Fazit der Aktion, die sicher auch im
nächsten Jahr fortgesetzt wird.
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