Moderne Technik- bleiben Alte außen vor? Drucken E-Mail

„Man kann auch ohne Computer und Internet leben, ich brauche das nicht“ so die Meinung der selbstbewussten Seniorin beim alljährlichen Treffen der Klasse Sozialassistenten Familienpflege unserer Schule mit den Mitgliedern des Seniorenbeirats der Stadt Uelzen.
Ganz anderer Meinung ist da Christiane Rohde, Leiterin der Seniorengruppe, die einräumt, dass die moderne Kommunikation aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken sei. Kontakt über das Internet zu halten sei auch für ältere Menschen heute nichts mehr Ungewöhnliches.
Dialog der GenerationenSeit mehreren Jahren besteht dieser Dialog der Generationen nun schon, bisherige Themen waren unter anderem die Nachkriegszeit, die 50er Jahre und diesmal die moderne Technik.
Während es für die meisten Jugendlichen ein Leichtes ist, sich durch die Menüstruktur digitaler Geräte hoch und runter zu drücken, bringen diese manche älteren Menschen zur Verzweiflung. Die Bedienungsanleitung hilft da meist nicht weiter und wenn man dann niemanden hat, der beispielsweise die verstellten Sender am Sat-Receiver neu einstellt, bleibt der Fernseher aus.
Auch beim Verhalten herrscht Uneinigkeit zwischen den Generationen. Viele Ältere nervt die ständige Verkabelung vieler Jugendlicher mit Kopfhörer und MP3-Player. Man bekomme doch garnichts von seiner Umwelt mit und schotte sich ab, zudem sei es doch auch Lebensqualität einmal ohne Technik einfach die Natur zu genießen. „Ich will überhaupt nicht immer erreichbar sein“  sagt eine Seniorin und einige Jugendliche finden das eine seltsame Vorstellung.
Dialog der GenerationenWährend die diskutierenden Jugendlichen die Frage, was ihrer Meinung nach die größte Erfindung der letzten Jahrzehnte sei einhellig mit „das Handy“ beantworten, sind sich die Seniorinnen einig, dass diese Auszeichnung der Waschmaschine gebührt. Was habe man sich tagelang mit der Wäsche plagen müssen, berichtet eine der Anwesenden.
Einigkeit herrscht am Tisch wieder bei der Frage, ob die Briefkultur aussterbe. Zwar haben viele Jugendliche auch lange keinen Brief mehr geschrieben, doch könne der Brief die E-Mail niemals ersetzen. Es sei ein tolles Gefühl einen Brief in den Händen halten, daran zu riechen und diesen dann zu lesen. Allerdings hat das Handgeschriebene bei sachlichem Austausch wohl schon heute ausgedient.
Die zwei Stunden angeregter Diskussion haben das Verständnis der Generationen gefördert. Ein wenig konnte Licht ins Dunkel gegenseitiger Missverständnisse gebracht werden. Sicher wird es noch Jahre dauern, bis Jung und Alt beim Thema Technik und Medien kein gegenseitiges Kopfschütteln ernten.
Aber vielleicht ist die Skepsis der älteren Generation auch ein wichtiges Regulativ gegen den allzu sorgsamen Umgang mit jeder neuen Technik.

R. Klepsch

 

 

 
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