Unter dem Motto "Alle in Deutschland geborenen Kinder sollen unter guten Bedingungen aufwachsen, sich entwickeln können und gleiche Bildungschancen erhalten" fand bereits im vierten Jahr das Projekt „Teenieschwangerschaften vermeiden" des Fachbereichs Sozialpädagogik der Georgsanstalt-BBS II statt.Dass das Thema immer noch hochaktuell ist, zeigen die rund 20.000 Schwangerschaften minderjähriger Mädchen in Deutschland. {multithumb}
Aus dieser Aktualität, die auch den Landkreis Uelzen nicht unberührt lässt, haben sich angehende Erzieherinnen und Erzieher das Thema eigenständig in Gruppen erarbeitet, um es lebendig und didaktisch-methodisch gut durchdacht mit Berufsschülern in Form von „Schüler lernen von Schülern"
an der eigenen Schule in einer Projektwoche umzusetzen. Zur Vorbereitung dieses Projektes wurden unzählige Materialien zum Thema Sexualaufklärung im Internet, in der Bücherei und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von den Fachschülerinnen gesichtet und aufbereitet. Unterstützt wurde die Aktion von der AOK und pro familia in Uelzen.
Die meisten der schwangeren minderjährigen Mädchen bekommen ihr Kind, nur ein kleiner Teil lässt es abtreiben. Dass ein Baby ein 24-Stunden-Job ohne Ferien und Pause ist, ist vielen Mädchen dabei nicht bewusst. Ein Abbruch oder ein Aussetzen der Ausbildung und somit ein entscheidender Einfluss
auf die eigene berufliche Zukunft sowie die Veränderung des eigenen sozialen Umfeldes ist nahezu vorbestimmt und unvermeidbar. „Ein Grund für diese frühen Schwangerschaften ist die mangelnde Aufklärung in der Schule" erläutert die verantwortliche Fachlehrerin Johanna Michaelis-Krause und ihr Kollege Werner Schröder ergänzt: „häufig sind die Jugendlichen über Jugendzeitschriften wie Bravo nur sehr ungenau aufgeklärt", was dann zu Gerüchten führt, wie beim ersten mal könne man gar nicht schwanger werden. Einige Mädchen mit eingeschränkten Berufs- und Lebensperspektiven entscheiden sich allerdings auch bewusst für eine Schwangerschaft in jungen Jahren, um in einem Kind eine Aufgabe, einen Sinn und ein Ziel für ihr eigenes Leben zu entdecken, nämlich gebraucht und geliebt zu werden.
Die Fachschüler für Sozialpädagogik sehen in ihrem Projekt nicht nur den Schwerpunkt, Teenieschwangerschaften vermeiden zu helfen, sondern wollten ihre Mitschüler auch gleichzeitig in ihrer Persönlichkeits- und Identitätsbildung stärken. Dass die FachschülerInnen hierdurch auch selbst fundierte Fach- und Methodenkompetenz erwarben, war ein weiterer angenehmer Nebeneffekt, wie die angehenden Erzieherinnen und Erzieher nach dieser aktiven Woche voller handlungsorientierter, lebenspraktischer Lerninhalte mit einem guten Gefühl in Anerkennung der eigenen Arbeit feststellen konnten. Diese Unterrichtseinheit bot den Schülerinnen darüber hinaus auch eine Hilfestellung, ihr eigenes Leben zu gestalten, über ihren Körper aufgeklärt zu werden, zu lernen, sich als sexuelle Wesen zu begreifen und Aids mit all seinen Gefahren zu verhindern.
{multithumb}